Der blaue Vogel - Der Sultan und seine drei Söhne

Seite 2 von 4: Der Sultan und seine drei Söhne

Der Sultan hatte drei Söhne, zwei weiße und einen schwarzen. Die Mutter des schwarzen Sohnes war eine befreite Abda (Sklavin). Die beiden weißen Söhne verachteten ihren schwarzen Halbbruder und betrachteten ihn als Sklaven. Sie wollten sich nicht gemeinsam mit ihm auf den Weg machen, als ihr Vater sie bat, den blauen Vogel zu finden. Im Morgengrauen schlichen sie aus dem Palast. Als der schwarze Prinz erwachte, konnte er seine Brüder nicht finden. Er wählte das schnellste Pferd und folgte ihnen. Er galoppierte den ganzen Tag und bei Einbruch der Nacht entdeckte er seine Brüder schlafend am Wegesrand. Er machte sich auf die Suche nach etwas Essbarem, jagte eine Gazelle, enthäutete sie, spießte sie auf, sammelte Holz und entzündete ein Feuer, auf dem er sie röstete; dann weckte er seine Brüder und lud sie zum Festmahl ein. Die beiden entsetzten Brüder beschimpften ihn, ihre Herzen waren hartherzig während seines weiß war. Sie sagten zu ihm: „Warum bist du uns gefolgt, obwohl wir dir verboten haben, mit uns zu kommen?"

Und er antwortete ihnen: „Seht mal!  Ich bin euer Bruder; alles, was ich will, ist Euch zu helfen, den blauen Vogel zu unserem Vater zu bringen."

Sie konnten nichts anderes tun, als einzuwilligen. Am nächsten Tag machten sie sich wieder auf den Weg. Die weißen Söhne gingen voraus und ihr Halbbruder folgte ihnen mit einigem Abstand.

Sie trafen einen alten Mann, und die beiden Brüder fragten ihn, welche Richtung sie einschlagen sollten, um in das Land der Ungeheuer und des Grauens zu gelangen. Er antwortete ihnen:

  • „Geht geradeaus, ihr werdet eine Weggabelung finden, von der drei Wege ausgehen. Der Weg rechts und der Weg links führen jeweils in ein anderes Land, der Weg in der Mitte führt in das Land der Ungeheuer und des Grauens.“

Sie dankten ihm und setzten ihren Weg fort. Als sie die angegebene Stelle erreichten, hielten sie an und warteten auf ihren Halbbruder, er gesellte sich zu ihnen und fragte sie nach dem Grund für ihren Halt. Sie antworteten ihm:

  • „Siehst du, Bruder, die Straße teilt sich in drei Wege, die alle ins Land der Ungeheuer und des Grauens führen, wir alle lieben unseren Vater und jeder von uns möchte derjenige sein, der ihm den blauen Vogel bringt. Jeder von uns muss einen Weg nehmen, und derjenige, der zuerst kommt, wird die Möglichkeit haben, den Vogel zu unserem Vater zu bringen.“
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Und als sie dies gesagt hatten, ging der eine den Weg zur Rechten, der andere folgte dem Weg zur Linken und der schwarze Prinz nahm den mittleren, den gefährlichen Weg.

Die anderen beiden schlugen die Wege ein, die zur Stadt führten, und müde wie sie waren, suchten sie auch nicht weiter nach dem blauen Vogel. Sie ließen ihren Halbbruder im Angesicht der Gefahr allein.

Die beiden Brüder erreichten eine Stadt, wo sie sich niederließen und den Vergnügungen des Lebens frönten. Bald waren ihre Taschen leer und sie waren gezwungen, ihre Reittiere zu verkaufen. Kurz darauf begann einer von ihnen auf dem Marktplatz zu betteln, während der Andere Brot verkaufte.

Der Weg des schwarzen Prinzen
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