Marokko zwischen Dürre und Überfluss - Klimawandel als Systemfrage - Infrastruktur gegen Extreme
Staudämme und Wasserautobahnen - Infrastruktur gegen Extreme
Staudämme sichern Marokkos Wasserversorgung - und schaffen neue Risiken. Mit Wasserautobahnen reagiert das Land auf klimatische Extreme und denkt Wasser national statt lokal.

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Fotobeschreibung Wasserinfrastruktur als zentrales Element der Klimaanpassung Staudämme, Leitungen und Kanalsysteme sollen Wasserüberschüsse aus niederschlagsreichen Regionen gezielt in trockenere Landesteile leiten. Foto: maroko.com. |
Marokkos Staudammsystem gilt als eine der großen infrastrukturellen Leistungen des Landes. Über Jahrzehnte wurden Dutzende großer und mittlerer Dämme gebaut, um Trinkwasser, Bewässerung und Energieversorgung zu sichern. Während der Dürrejahre erwiesen sie sich als überlebenswichtig.
Nach den jüngsten Regenperioden sind viele Staudämme wieder deutlich gefüllt. Landesweit liegen die Füllstände bei über 50-60%, einzelne Stauseen erreichten zeitweise die maximale Kapazität. Volle Staudämme bedeuten jedoch nicht automatisch Entspannung. Aus Sicherheitsgründen müssen Überschüsse kontrolliert abgeleitet werden - oft genau dann, wenn Flüsse durch Starkregen bereits belastet sind.
Um diese Risiken langfristig zu reduzieren, verfolgt Marokko einen neuen Ansatz: Wasserautobahnen. Dabei handelt es sich um großräumige Leitungs- und Kanalsysteme, die Wasser zwischen verschiedenen Regionen transportieren. Überschusswasser aus dem Norden soll gezielt in zentralere und südliche Landesteile geleitet werden.
Dieses Denken ist in Europa nicht neu. Spanien, Frankreich und Italien betreiben ebenfalls regionale Wasserverbünde. Marokko setzt diese Strategie jedoch unter größerem Zeitdruck um - als Antwort auf einen Klimawandel, der schneller wirkt als frühere Planungszyklen.
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