Casablanca 1943: Als Marokko zum Schauplatz der Weltgeschichte wurde
#VergesseneVerbindungen: Im Januar 1943 rückte Casablanca für zehn Tage ins Zentrum der Weltpolitik. Nur wenige Wochen zuvor waren amerikanische und britische Truppen im Rahmen der Operation Torch in Nordafrika gelandet. Der Krieg gegen das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien war noch lange nicht entschieden. Während die Schlacht von Stalingrad tobte, standen die Alliierten vor der Frage, wie der gemeinsame Kampf gegen die nationalsozialistische und faschistische Herrschaft fortgeführt werden sollte.

Vom 14. bis 24. Januar trafen sich deshalb US-Präsident Franklin D. Roosevelt und der britische Premierminister Winston Churchill in Casablanca zur sogenannten Anfa- oder Casablanca-Konferenz. Josef Stalin war eingeladen worden, konnte die Sowjetunion angesichts der militärischen Lage an der Ostfront jedoch nicht verlassen.
Was hinter den streng bewachten Mauern und Gärten von Anfa beraten wurde, sollte den weiteren Verlauf des Krieges maßgeblich beeinflussen. Amerikanische und britische Militärstäbe verständigten sich über die Strategie für das Jahr 1943; Roosevelt und Churchill machten am Ende der Konferenz zudem eine politische Forderung öffentlich, die fortan zum Leitmotiv der alliierten Kriegsführung werden sollte: Den nationalsozialistischen und faschistischen Regimen in Deutschland, Italien und Japan sollte nur noch die bedingungslose Kapitulation offenstehen.
Doch die Casablanca-Konferenz besitzt für Marokko noch eine andere, weniger bekannte Dimension. Während Roosevelt und Churchill über die Zukunft des Krieges berieten, befanden sie sich in einem Land, dessen politische Ordnung seit 1912 wesentlich von den europäischen Protektoratsmächten bestimmt wurde. Der mittlere Teil Marokkos stand unter französischer Protektoratsverwaltung, während Spanien im Norden eine eigene Protektoratszone und im Süden marokkanische Gebiete von Tarfaya über Laâyoune und Dakhla bis La Lagouira verwaltete; Tanger nahm eine internationale Sonderstellung ein.
Noch weiter südlich hatte Frankreich das Gebiet des heutigen Mauretanien seiner eigenen Kolonialordnung unterstellt. Diese Grenzziehungen wurden von Marokko nach der Wiedererlangung seiner Unabhängigkeit nicht ohne Weiteres anerkannt. Mohammed V. selbst vertrat den Anspruch auf die südlichen Gebiete mit Nachdruck. Bei seinem Besuch in M'Hamid am 25. Februar 1958 berief er sich ausdrücklich auf die historischen Rechte Marokkos und kündigte an, sein Handeln für die „Rückkehr unserer Sahara" fortzusetzen.
Nur wenige Wochen später erhielt dieser Anspruch eine bemerkenswerte politische Bekräftigung. Ende März 1958 empfing Mohammed V. in Rabat vier mauretanische Persönlichkeiten, darunter den Emir von Trarza, Mohammed Ould Fall Oumer, zwei ehemalige mauretanische Minister und einen hohen Funktionär. Sie erklärten dem Sultan in einer feierlichen Audienz ihre Loyalität. Mohammed V. nutzte die Begegnung, um erneut auf die historischen, religiösen und kulturellen Bindungen zwischen Marokko und Mauretanien sowie auf die aus seiner Sicht widerrechtlich abgetrennten Gebiete hinzuweisen. Damit war der Anspruch keineswegs nur eine politische Vorstellung einzelner nationalistischer Kreise. Spätestens 1958 hatte Mohammed V. ihn selbst zu einer Position des marokkanischen Staates erhoben. Rabat erkannte deshalb auch die 1960 von Frankreich in die Unabhängigkeit entlassene Islamische Republik Mauretanien zunächst nicht an. Erst unter Hassan II. vollzog sich 1969 und 1970 die politische Annäherung und schließlich die Anerkennung des mauretanischen Staates.

Am Abend des 22. Januar 1943 gewann die Konferenz noch eine weitere, persönlichere Dimension: Roosevelt empfing den Sultan zu einem Abendessen. Unter den Gästen befanden sich Churchill, General George S. Patton und der französische Generalresident Charles Noguès; Mohammed V. wurde von seinem jungen Sohn Moulay Hassan begleitet, dem späteren König Hassan II.
Zeitgenössische Berichte, die in der offiziellen amerikanischen Dokumentation ausgewertet werden, nennen die wirtschaftliche Entwicklung Marokkos nach dem Krieg, mögliche amerikanische Investitionen und die koloniale Frage als Gegenstände der Unterhaltung. Damit reichte der Blick an diesem Abend bereits über den Krieg hinaus - auf die Ordnung einer Welt, die nach seinem Ende entstehen würde.
Mohammed V. und die marokkanischen Juden
Auch die Haltung Mohammeds V. gegenüber seinen jüdischen Untertanen gehört in diese Geschichte, allerdings differenzierter, als sie häufig erzählt wird. Unter dem Vichy-Regime wurden antisemitische Bestimmungen auch auf das französische Protektorat Marokko übertragen, wie das United States Holocaust Memorial Museum dokumentiert. Zugleich verzögerte die marokkanische Verwaltung die Umsetzung einzelner Maßnahmen, während Mohammed V. gegenüber der jüdischen Gemeinschaft wiederholt demonstrativ seine Verbundenheit zum Ausdruck brachte und intervenierte. Historische Untersuchungen berichten von Begegnungen des Sultans mit jüdischen Repräsentanten im Frühjahr und Sommer 1942, bei denen er seine Ablehnung der französischen antisemitischen Bestimmungen erkennen ließ und die Gleichstellung seiner jüdischen und muslimischen Untertanen betonte. Jüdische Würdenträger wurden weiterhin zu offiziellen Anlässen am Hof empfangen. So blieb Mohammed V. innerhalb der begrenzten Handlungsmöglichkeiten eines Sultans unter französischem Protektorat seiner demonstrativen Schutz- und Solidaritätshaltung gegenüber seinen jüdischen Untertanen treu.
Von Nordafrika nach Italien
Marokkos Platz in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs beschränkte sich jedoch nicht auf Casablanca und die Diplomatie. Zehntausende Marokkaner dienten in den französisch geführten Streitkräften. Das französische Verteidigungsministerium nennt für die Mobilisierung nach der alliierten Landung in Nordafrika rund 73.000 Marokkaner unter Waffen. Sie waren keineswegs ausschließlich Goumiers*: Marokkaner dienten unter anderem in Goumier- und Tabor-Verbänden, bei den Tirailleurs, Spahis und in regulären marokkanischen Divisionen.
Besonders sichtbar wurde ihr Einsatz im Italienfeldzug von 1943/44. Das französische Expeditionskorps unter General Alphonse Juin umfasste zwei marokkanische Divisionen sowie zwei Gruppen marokkanischer Tabors*. In der gebirgigen Landschaft Mittelitaliens besaßen gerade diese Truppen Fähigkeiten, die für das Vorrücken der Alliierten von großer Bedeutung waren. Sie kämpften im Zusammenhang mit den Operationen gegen die Verteidigungsstellungen der deutschen Wehrmacht an der Gustav-Linie sowie beim alliierten Durchbruch, der schließlich den Weg nach Rom öffnete. Dabei sollte der Begriff „Monte Cassino" nicht auf einen einzigen Kampf reduziert werden. Die marokkanischen Verbände operierten innerhalb eines wesentlich größeren Frontabschnitts des französischen Expeditionskorps. Ihr Anteil am Durchbruch durch das schwierige Berggelände südlich von Rom gehört dennoch zu den bedeutenden Kapiteln ihrer Kriegsgeschichte. Nach dem Fall Roms im Juni 1944 wurden große Teile dieser Verbände aus Italien abgezogen. Ihr nächster Weg führte sie zurück über das Mittelmeer.
Von der Provence über die Vogesen bis nach Nazi-Deutschland
Am 15. August 1944 landeten alliierte Streitkräfte in der Provence. Unter ihnen befanden sich zahlreiche Soldaten aus Nordafrika und anderen Teilen des damaligen französischen Kolonialreichs. Marokkanische Verbände kämpften anschließend beim Vormarsch durch Frankreich, in den Vogesen und im Elsass. Die offiziellen französischen Darstellungen führen ihren Weg von den Kämpfen in Tunesien und Italien über die Provence und Ostfrankreich schließlich bis nach Nazi-Deutschland. Damit führte der Weg marokkanischer Soldaten tatsächlich auf deutsches Gebiet. Und selbst die oft erwähnte Beteiligung marokkanischer Goumiers an den Kämpfen um Stuttgart lässt sich präzise nachweisen.
Das französische Militärarchiv ECPAD besitzt Fotografien vom 22. April 1945, die Goumiers in Stuttgart zeigen. Die dazugehörige militärhistorische Dokumentation hält fest, dass französische Verbände am 21. April die Stadt erreichten und Stuttgart am folgenden Tag eingenommen wurde. Goumiers wurden dabei eingesetzt, die letzten deutschen Widerstandsnester in der Stadt zu beseitigen. Von Casablanca nach Italien, von der Provence über die Vogesen und den Rhein bis nach dem Südwesten des Nazi-Deutschland lässt sich damit eine militärische Route nachzeichnen, die heute außerhalb Frankreichs und Marokkos nur noch wenig bekannt ist.
Eine Auszeichnung nach dem Krieg
Am 18. Juni 1945 nahm Mohammed V. an der Parade der France combattante teil. Am folgenden Tag verlieh de Gaulle ihm als Präsident der provisorischen französischen Regierung die Croix de la Libération. Die formelle Ernennung Mohammeds V. zum Compagnon de la Libération erfolgte anschließend per Dekret vom 29. Juni 1945. Diese Daten werden vom französischen Ordre de la Libération ausdrücklich so dokumentiert.
Fast sechs Jahrzehnte später kehrte die Erinnerung an die Soldaten aus Marokko und den übrigen damaligen französischen Gebieten noch einmal auf die große politische Bühne zurück. Bei den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Landung in der Provence erinnerte Frankreichs Präsident Jacques Chirac am 15. August 2004 ausdrücklich an Chasseurs d'Afrique, Goumiers*, Tabors*, Spahis*, Tirailleurs* und Zouaves*. Er würdigte ihren Mut und ihren hohen Blutzoll und bezeichnete sie als unermüdliche „artisans de la victoire" - Mitgestalter des Sieges. Chirac erinnerte bei derselben Rede auch an die Verleihung der Croix de la Libération an Mohammed V.
Die offenen Grenzen im Süden und Osten
Die Wiedererlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1956 bedeutete für Marokko keineswegs, dass damit auch alle territorialen Fragen gelöst waren, die während der kolonialen Epoche entstanden waren. Frankreich und Spanien hatten über Jahrzehnte politische Räume neu geordnet, Verwaltungsgrenzen gezogen und Gebiete unterschiedlichen Kolonialverwaltungen unterstellt. Gerade im Süden und Osten hinterließ diese Ordnung Konflikte, die weit über das Ende der Protektoratszeit hinausreichen sollten. Im Süden hatte Frankreich das Gebiet des heutigen Mauretanien seiner eigenen Kolonialverwaltung unterstellt. Marokko erkannte diese Grenzziehung nach seiner Unabhängigkeit zunächst nicht an und berief sich auf historische, religiöse und politische Bindungen der Saharagebiete und mauretanischer Stämme an das marokkanische Sultanat. Mohammed V. selbst vertrat diesen Anspruch mit Nachdruck.
Besonders sichtbar wurde dies im Jahr 1958. Bei seinem Besuch in M’Hamid im Süden Marokkos berief sich Mohammed V. auf die historischen Rechte seines Landes in der Sahara. Wenige Wochen später empfing er in Rabat mauretanische Persönlichkeiten, darunter den Emir von Trarza, die dem marokkanischen Monarchen ihre Loyalität bekundeten. Damit erhielt die territoriale Frage eine politische Dimension, die auch in Paris aufmerksam verfolgt wurde. Frankreich hatte Mauretanien inzwischen in eine eigenständige politische Entwicklung innerhalb seiner kolonialen Ordnung geführt; 1960 wurde daraus die unabhängige Islamische Republik Mauretanien, deren staatliche Unabhängigkeit Marokko zunächst nicht anerkannte. Erst unter Hassan II. vollzog sich 1969 und 1970 die politische Annäherung und schließlich die Anerkennung des mauretanischen Staates.
Auch im Osten hinterließ die französische Expansion eine Grenzfrage. In den folgenden Jahrzehnten schuf die französische Kolonialverwaltung jedoch neue administrative Tatsachen. Gebiete der marokkanischen Ostsahara wurden der französisch verwalteten algerischen Territorialordnung zugerechnet. Dazu gehörten auch Räume um Tindouf und Colomb-Béchar, auf die Marokko nach seiner Unabhängigkeit Ansprüche erhob. Aus einer im 19. Jahrhundert bewusst offen gelassenen Sahara-Grenze war damit im Laufe der französischen Kolonialherrschaft eine territoriale Ordnung entstanden, die Rabat nach 1956 nicht ohne Weiteres akzeptierte.
Eine zusätzliche und besonders dramatische Dimension erhielt dieser Konflikt Ende der 1950er-Jahre, als Frankreich die Ost-Sahara für sein Atomwaffenprogramm auswählte. Bereits 1957 wurde bei Reggane ein Versuchsgelände vorbereitet, rund 700 Kilometer südlich von Colomb-Béchar. Marokko protestierte frühzeitig gegen die französischen Pläne. Vor den Vereinten Nationen erklärte der marokkanische Vertreter im November 1959, seine Regierung habe Frankreich zwischen dem 24. Februar und dem 17. Juli desselben Jahres fünf Protestnoten übermittelt. Darin warnte Rabat vor den Gefahren der geplanten Nuklearversuche für die Bevölkerung der angrenzenden Gebiete. Frankreich hielt dennoch an seinem Vorhaben fest.
Am 13. Februar 1960 wurde bei Reggane mit „Gerboise bleue“ die erste französische Atombombe gezündet. Drei weitere oberirdische Versuche folgten bis April 1961; anschließend verlagerte Frankreich sein Testprogramm zu unterirdischen Versuchen in den Hoggar. Französische Parlamentsberichte haben später selbst festgehalten, dass insbesondere die atmosphärischen Versuche von Reggane erhebliche radioaktive Belastungen verursachten.
König Mohammed V. gehörte zu den entschiedenen Gegnern dieser Versuche. Sein Widerstand richtete sich nicht allein gegen die möglichen Folgen der Atomexplosionen für die Menschen der Region. Für Rabat berührte die Entscheidung Frankreichs zugleich die weiterhin offene territoriale Frage der marokkanischen Ost-Sahara. Marokko stellte die von Frankreich beanspruchte Verfügungsgewalt über den Raum infrage und verband seinen Protest gegen die Atomversuche mit den ungelösten Grenzfragen, die aus der kolonialen Neuordnung Nordwestafrikas hervorgegangen waren. Zeitgenössische Berichte zeigen zugleich, dass Rabat seine Argumentation gegenüber Frankreich und international sowohl mit der Gefährdung der Bevölkerung als auch mit politischen und territorialen Einwänden begründete. Damit zeigt sich, wie weit die Folgen der kolonialen Ordnung über die eigentliche französische Protektoratszone in Marokko hinausreichten. Im Süden stand die Zukunft Mauretaniens zur Debatte, im Osten blieben die Saharagebiete um Tindouf und Colomb-Béchar Gegenstand marokkanischer Ansprüche, während Spanien weiterhin Gebiete im Norden und entlang der südlichen Atlantikküste kontrollierte. Selbst nach der Wiedererlangung seiner Unabhängigkeit sah sich Marokko deshalb mit Grenzen konfrontiert, deren Verlauf wesentlich während der europäischen Kolonialherrschaft festgelegt oder administrativ verfestigt worden war.
Die Auseinandersetzung um die französischen Atomversuche macht diese historische Konstellation besonders sichtbar. Nur siebzehn Jahre nach dem Treffen von Anfa, bei dem Mohammed V. mit Roosevelt und Churchill über eine Welt nach dem Krieg gesprochen hatte, stand der marokkanische Monarch Frankreich erneut gegenüber - diesmal als König eines wieder unabhängigen Landes, das seine Vorstellungen von Souveränität und territorialer Integrität gegenüber der ehemaligen Protektoratsmacht selbst vertrat.
Ein Abend, der über den Krieg hinauswies
Für den damals 13-jährigen Kronprinzen Moulay Hassan blieb die Begegnung von Anfa im Gedächtnis. Jahrzehnte später erinnerte sich der inzwischen als Hassan II. regierende König daran, Roosevelt habe seinem Vater erklärt, das Kolonialsystem sei zum Verschwinden bestimmt, und seinen Wunsch nach einer Unabhängigkeit Marokkos im Sinne der Atlantik-Charta zum Ausdruck gebracht. Eine schriftlich fixierte Zusage Roosevelts ist nicht überliefert; auch zeitgenössische Berichte sprechen jedoch davon, dass die Zukunft Marokkos und die koloniale Ordnung Gegenstand der Gespräche waren. Damit erhielt die Konferenz von Anfa für Marokko eine Bedeutung, die weit über die militärischen Entscheidungen des Januar 1943 hinausreichte. Während Roosevelt und Churchill darüber berieten, wie der Krieg beendet werden konnte, richtete sich der Blick Mohammeds V. bereits auf eine andere Frage: welche Zukunft seinem Land nach diesem Krieg offenstehen würde. Nur elf Monate später, im Januar 1944, wurde das Manifest für die Unabhängigkeit Marokkos vorgelegt; dreizehn Jahre nach Anfa erlangte das Königreich seine Unabhängigkeit zurück.
Vielleicht liegt darin die besondere historische Kraft jener Fotografien aus Casablanca. Sie zeigen nicht nur Staatsmänner, Generäle und einen jungen Kronprinzen inmitten eines Weltkrieges. Sie halten einen Augenblick fest, in dem sich zwei Geschichten berührten: das nahende Ende einer europäischen Kriegsordnung und der beginnende Weg Marokkos aus der Protektoratszeit in die staatliche Unabhängigkeit.
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Index:
- Achsenmächte: Bezeichnung für die im Zweiten Weltkrieg verbündeten Staaten unter Führung des nationalsozialistischen Deutschlands, des faschistischen Italiens und des Kaiserreichs Japan. Ihnen standen die Alliierten gegenüber, zu deren wichtigsten Mächten Großbritannien, die Sowjetunion, die Vereinigten Staaten und das Freie Frankreich gehörten.
Goumiers: Vorwiegend marokkanische Soldaten in französischen Diensten, die in sogenannten Goums organisiert waren. Sie galten besonders im schwierigen Berggelände als erfahrene und bewegliche Kämpfer und wurden unter anderem in dem fassistischen Italien, Frankreich und nationalsozialistischen Deutschland eingesetzt. - Tabors: Größere militärische Verbände, in denen mehrere marokkanische Goums zusammengefasst wurden. Mehrere Tabors konnten wiederum eine Groupement de Tabors Marocains (GTM) bilden.
- Spahis: Ursprünglich nordafrikanische Kavallerieverbände der französischen Armee, deren Soldaten vor allem aus Marokko, Algerien und Tunesien stammten. Im Zweiten Weltkrieg wurden sie zunehmend auch motorisiert und als Aufklärungskräfte eingesetzt.
- Tirailleurs: Infanteriesoldaten aus den französischen Kolonial- und Protektoratsgebieten. Es bestanden eigene marokkanische Regimenter, die Tirailleurs marocains, die auf zahlreichen Kriegsschauplätzen eingesetzt wurden.
- Zouaves: Infanterieverbände der französischen Armée d’Afrique. Anders als Tirailleurs oder Goumiers bestanden die Zouaven im Zweiten Weltkrieg überwiegend aus europäischen, insbesondere französischstämmigen Soldaten aus Nordafrika.