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Das Omen der verborgenen Karte oder das Spiel mit der Angst

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Ein zielloser Streifzug durch die Stadt führt den Protagonisten zu einem antiquarischen Buch, das eine rätselhafte Karte verbirgt. Unheilvolle Symbole und eine düstere Warnung stören seinen rationalen Geist, doch er weigert sich, Aberglauben Raum zu geben.

  Das Omen der verborgenen Karte
  Zwischen Wirklichkeit und Täuschung

Wie gewohnt, wenn ich ziellos durch die Stadt irre, tragen mich meine müden Füße in Richtungen, die mir zuvor nicht in den Sinn gekommen waren. Ein rätselhafter Instinkt, den ich niemals zu deuten vermochte, treibt mich voran - das unbestimmte Gefühl, dass etwas geschehen wird, etwas Neues, etwas Fremdartiges, das die lähmende Eintönigkeit durchbricht, die mir stets auf den Fersen ist, mich mit unsichtbaren Fesseln umschlingt und mir von Zeit zu Zeit die Kehle zuschnürt, sodass mein Atem sich schwer anfühlt.

Antike BuchhandlungAus "Als wäre es die Ewigkeit" von Mustapha Laghtiri, eine Sammlung von kurzgeschichten.


Wie so häufig endete mein Streifzug beim Buchhändler, bei dem ich es mir zur Gewohnheit gemacht hatte, einige seiner antiquarischen Bücher zu erwerben. Er empfing mich mit einem Lächeln, das jedoch rasch verblasste und wieder jenem ausdruckslosen Ernst wich, jener düsteren Reglosigkeit, die auch die übrigen Gesichter beherrschte. Gleichgültig fragte ich ihn: Gibt es etwas Neues? Er ließ mich einige seiner Bücher durchsehen. Ich blätterte durch die Titel und wählte schließlich jene aus, deren Preis ich zu zahlen vermochte - ein Betrag, auf den wir uns nach zähem Feilschen einigten und der schließlich auf die Hälfte des ursprünglich Geforderten oder gar noch etwas darunter sank.

Mit den erworbenen Büchern in den Armen verabschiedete ich mich vom Buchhändler, der sogleich damit beschäftigt war, seine Kasse zu öffnen und das erhaltene Geld in deren gierigen Schlund zu werfen. Währenddessen machte ich mich auf den Weg zur Haltestelle, um die nächste Busfahrt nach Hause anzutreten - nach Hause, wohin jede einzelne meiner von Erschöpfung gezeichneten Zellen sich sehnte.

 

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