Eine starke Botschaft der Stadt Fès an die Welt

Die Eröffnung des Museums für jüdische Kultur in Fès, die für das kommende Jahr vorgesehen ist, soll ein außergewöhnliches Highlight werden. Das jüdisch-marokkanische Kulturerbe sowie die jüdisch-marokkanische Historie sollen damit in den Vordergrund gerückt werden.

 

Synagoge Ibn Danan Fes, Foto: Eberhard Hahne2018 hat Seine Majestät König Mohammed VI. offiziell mit der Neugestaltung der Kulturhauptstadt Fès begonnen. Die Absicht beim Ausbau der Stadt ist, einen Grundstein für das kulturelle Ökosystem in der Region Fès-Meknès zu legen.

Der Präsident der „Fondation Nationale des Musées du Maroc (FNM)“ betonte, dass Fès sich darauf vorbereitet, ein Museum für islamische Kunst im Al Batha-Palais zu beherbergen sowie ein jüdisches Gedächtnismuseum in Fès El Jdid zu etablieren. „Letzteres spiegelt die gelungene tausendjährige Koexistenz zwischen Juden und Muslimen wider. Beide Religionsgemeinschaften haben unser Land immer verteidigt und geschützt", fügte er hinzu.

Fès, die Stadt des kulturellen und geschichtlichen Zentrums Marokkos

Othmane El Ferdaous(*1), Essaid Zniber(*2), Mohand Laenser(*3) und Mehdi Qotbi(*4) haben gemeinsam eine Vereinbarung über das wissenschaftliche Kuratorium des Museums für jüdische Kultur in Fès unterzeichnet. Sie beinhaltet Regelungen über den Erwerb und die Finanzierung von Kunstwerken. „In der Tat vermitteln die Museen für die Kunst des Islam und der marokkanisch-jüdischen Kultur eine sehr starke Botschaft als echte Wahrzeichen für zukünftige Generationen", unterstrich El Ferdaous während des Treffens. Herr Qotbi betonte, dass dieses gemeinsame Vermächtnis sehr notwendig und wichtig sei“. Er plane, „durch das Museum eine starke Botschaft von Fès an die Welt“ zu senden.

Vorbild für die Welt

Synagoge Rabi Haim Pinto in Essaouira, Foto: Muriel Brunswig  
Hier 2 Beispiele: Sanierung von Synagogen in Essaouira und Marrakesch von Muriel Brunswig  

Dieser Schritt ist Teil der Bemühungen, das nationale Bewusstsein für die reichhaltige Geschichte des Königreichs zu schärfen, einschließlich der weitgehend verlorenen jüdisch-marokkanischen Bevölkerung des Landes. Gab es vor 1948 noch 4 % an Juden in der Gesamtbevölkerung Marokkos, so ist ihre Zahl seitdem stark rückläufig und mit der Gründung Israels auf weniger als insgesamt 2.000 gesunken. Dieser verschwindend geringe jüdische Bevölkerungsanteil ist nun der Grund, dass ihre Geschichte weitgehend in Vergessenheit geraten ist.

Die marokkanische Monarchie engagiert sich für die Wiederherstellung des jüdischen Erbes und ihrer Handwerkskunst. Die Vision von König Mohamed VI. umfasst die Renovierung und Wiederherstellung der Synagogen, jüdischen Friedhöfe, Museen und Kulturzentren, sowie der historischen jüdischen Mellahs in den Städten im gesamten Königreich. Alleine in Fès wurden bereits Gelder in mehr als 32 Projekte investiert, um die Geschichte, das Erbe und die traditionellen Künste der jüdischen Bevölkerung Marokkos zu erhalten und zu unterstützen.

 

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  • *1 Othmane El Ferdaous: Minister für Kultur, Jugend und Sport
  • *2 Essaid Zniber: Wali aus der Region Fès-Meknes
  • *3 Mohand Laenser Vorsitzender des Rates der Region Fès-Meknes
  • *4 Mehdi Qotbi: Präsident der FNM

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