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Nouaceur auf dem Weg zum industriellen Schwergewicht

Mit der neuen Industrie-Beschleunigungszone Ouled Saleh entsteht südlich von Casablanca eines der größten Industrieareale des Landes. Lage, Infrastruktur und staatliche Koordination machen Nouaceur zu einem strategischen Standort für Investoren - und zu einem Schlüsselprojekt der marokkanischen Regional- und Industriepolitik.

 

Fiktives Bild (Baustelle Industriezone in der Entstehung) mit Hilfe von ChatGPT erstelltMit der offiziellen Unterzeichnung einer Partnerschaftsvereinbarung in Casablanca ist der Startschuss für eines der ambitioniertesten Industrieprojekte der vergangenen Jahre gefallen. Die geplante Industrie-Beschleunigungszone Ouled Saleh soll die Provinz Nouaceur zu einem zentralen industriellen und logistischen Knotenpunkt des Landes machen - und fügt sich damit in die langfristige Industrie- und Regionalstrategie Marokkos ein.

Im Februar 2026 unterzeichneten das Ministerium für Industrie und Handel, sowie die staatliche Entwicklungsgruppe Al Omrane eine Vereinbarung zur Entwicklung der neuen Zone. Das Projekt reagiert auf den steigenden Flächenbedarf exportorientierter Industrien und auf den Anspruch, Marokko dauerhaft als wettbewerbsfähigen Produktionsstandort zwischen Europa und Afrika zu positionieren.

Mit einer Gesamtfläche von 476 Hektar gehört Ouled Saleh zu den größten Industrie-Beschleunigungszonen des Königreichs und rangiert landesweit an vierter Stelle. Entscheidend ist dabei weniger die reine Größe als die Einbettung in ein bestehendes industrielles Umfeld. Die neue Zone ergänzt vorhandene Gewerbe- und Logistikareale und ermöglicht Effizienzgewinne durch die räumliche und funktionale Bündelung industrieller Aktivitäten, die insbesondere für internationale Investoren von Bedeutung sind.

Ein zentraler Standortvorteil liegt in der geografischen Lage. Die Zone befindet sich im Herzen der Provinz Nouaceur, in unmittelbarer Nähe zum internationalen Flughafen Mohammed V. und damit zu einem der wichtigsten Luftfrachtdrehkreuze Nordafrikas. Gleichzeitig ist sie direkt an die Autobahnen A1 und A3 angebunden, die Nord- und Südmarokko verbinden. Mehrere regionale Verkehrsachsen, darunter die Straße RP 3036, durchqueren das Areal und sichern eine effiziente Anbindung an Häfen, Wirtschaftszentren und Zuliefernetze.

Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung beginnt nun die operative Phase des Projekts. Geplant sind umfassende technische, wirtschaftliche und städtebauliche Studien, darunter topografische Erhebungen, Bodenanalysen sowie die Ausarbeitung eines langfristigen Geschäfts- und Erschließungsplans. Ziel ist es, eine Infrastruktur zu schaffen, die internationalen Industriestandards entspricht und Unternehmen verlässliche Rahmenbedingungen bietet - von Energie- und Wasserversorgung bis hin zu Logistik- und Servicedienstleistungen.

Das Projekt ist Teil der vom König Mohammed VI. vorangetriebenen Politik der fortgeschrittenen Regionalisierung. Regionen sollen nicht nur Verwaltungsräume sein, sondern eigenständige wirtschaftliche Entwicklungspole. In diesem Kontext übernimmt Al Omrane eine koordinierende Rolle zwischen Staat, Region und Investoren.

Neben der industriellen Dimension steht auch die Beschäftigungswirkung im Fokus. Die Zone soll mittelfristig tausende Arbeitsplätze schaffen und zur wirtschaftlichen Diversifizierung der Region beitragen. Damit wird Ouled Saleh nicht nur zu einem Infrastrukturprojekt, sondern zu einem Baustein der marokkanischen Industrie- und Standortpolitik - mit Ausstrahlung weit über Nouaceur hinaus.