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Neue Fossilienfunde in Marokko beleuchten die Wurzeln des Homo sapiens

Ein neuer Fossilfund aus Marokko wirft ein überraschend klares Licht auf eine entscheidende Phase der Menschheitsgeschichte. Die über 770.000 Jahre alten Überreste schließen eine lange Forschungslücke und liefern neue Hinweise auf die frühen Wurzeln des Homo sapiens - und auf die zentrale Rolle Afrikas in der Evolution des Menschen.

 

773.000 Jahre alte Fossilien. Fiktives Bild mit Hilfe von ChatGPT erstelltWie Scinexx sowie internationale Medien berichten, haben Forschende in Marokko außergewöhnlich alte menschliche Fossilien entdeckt, die neue Einblicke in die frühen Abstammungslinien des Homo sapiens und in die Wurzeln unserer Art liefern.

Die Überreste stammen aus der sogenannten Grotte à Hominidés nahe Casablanca und wurden seit den 1960er-Jahren in verschiedenen Grabungsetappen geborgen. Dazu gehören unter anderem: Unterkiefer-Fragmente, Zähne und Wirbelknochen. Diese Fossilien sind nach geologischen Analysen der Sedimentschichten etwa 773.000 Jahre alt und damit deutlich älter als viele bislang bekannte Funde dieser Periode. Die Datierung basiert auf einem natürlichen Ereignis: der Umkehrung des Erdmagnetfelds (Matuyama-Brunhes-Wende), deren Spuren in den Gesteinsschichten messbar sind und als Zeitmarke dienen.

Die neuen Fossilien weisen eine interessante Mischung aus archaischen und moderneren Merkmalen auf: Einige Eigenschaften ähneln älteren Menschenformen wie Homo erectus, andere zeigen Parallelen zu späteren Linien, zu denen auch der moderne Homo sapiens gehört. Diese Kombination macht sie für Forscher besonders wichtig. Laut der in Nature veröffentlichten Studie könnten die Funde Populationen repräsentieren, die nahe am evolutionären Knotenpunkt stehen, von dem aus sich der moderne Mensch, Neandertaler und Denisova-Menschen später getrennt haben. Damit könnten diese Fossilien zum engsten fossilen Verwandten der gemeinsamen Vorfahren dieser Linien gehören.

Ein neues Licht auf die menschliche Evolution

Trotz jahrzehntelanger Forschung blieb bislang eine Lücke im fossilen Nachweis der Zeitspanne von etwa 1 Mio. bis rund 600.000 Jahren. Funde aus dieser Epoche sind rar und machten es schwer, die frühe Evolution des Menschen vollständig nachzuvollziehen. Die marokkanischen Relikte schließen diese Lücke erheblich, indem sie phänotypische Merkmale aufzeigen, die zwischen älteren Homininen und dem modernen Menschen stehen.

Zudem stützen die Ergebnisse die vorherrschende Sicht unter Anthropologinnen und Anthropologen, dass die Wiege unserer Art in Afrika lag und nicht außerhalb des Kontinents - ein Punkt, der in der Vergangenheit durch Entdeckungen wie etwa Homo antecessor in Spanien teils kontrovers diskutiert wurde.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bezeichnen den Fund als wichtigen Beitrag zur Erforschung der frühen Evolution der Gattung Homo. Sie betonen, dass diese Fossilien den afrikanischen Ursprung der modernen Menschenlinie weiter untermauern und wertvolle Informationen über die Morphologie und Diversität früher Homininen liefern.

 

Quellen:

  • Scinexx - Das Wissensmagazin berichtete über die Entdeckung und ihre Bedeutung für die Wurzeln des Homo sapiens.
  • Internationaler Medienecho-Bericht und Presseagenturen erklären Fossilfunde aus Marokko und ihren Beitrag zur Evolutionstheorie.
  • Wissenschaftliche Veröffentlichung in Nature beschreibt die Fossilien detailliert und ordnet sie zeitlich ein.