Messe Düsseldorf startet 2027 ihre erste Fachmesse in Marokko
Die Messe Düsseldorf erweitert ihr internationales Netzwerk nach Marokko. Gemeinsam mit dem marokkanischen Lebensmittelindustrieverband FENAGRI organisiert sie 2027 erstmals eine eigene Fachmesse im Königreich. Die Morocco Food World soll Unternehmen aus Lebensmittelindustrie, Verarbeitung und Verpackung zusammenbringen und Marokko stärker mit internationalen Märkten verbinden.

Die Vereinbarung ist bereits unterzeichnet. Anfang September gaben FENAGRI und Messe Düsseldorf den offiziellen Start der neuen Messe bekannt. Die erste Ausgabe ist für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen. Casablanca wird von deutschen Branchenquellen als Veranstaltungsort genannt; der genaue Termin steht noch nicht fest. Interessant ist dabei weniger eine weitere Messe im marokkanischen Veranstaltungskalender als die Rolle, die Messe Düsseldorf dem Land in ihrem internationalen Netzwerk zugedacht hat.
Die Düsseldorfer Messegesellschaft ist bereits in der MENA-Region aktiv. 2019 startete sie die interpack Middle East Africa, später beteiligte sie sich an der Food Africa in Ägypten. Mit Morocco Food World erweitert sie dieses Netzwerk nun nach Westen. Die neue Veranstaltung wird zugleich Teil der internationalen interpack alliance.
Messe-Düsseldorf-Chef Wolfram Diener beschreibt die geographische Arbeitsteilung bemerkenswert deutlich: Während die Veranstaltungen in Kairo Afrika mit dem Nahen Osten verbinden, soll Marokko den Zugang zu den Märkten Westafrikas eröffnen und zugleich von seiner Nähe zu Europa profitieren. Damit wird Marokko von einem weiteren großen deutschen Wirtschaftsakteur nicht allein als nationaler Absatzmarkt betrachtet. Seine Lage zwischen Europa, Westafrika und dem übrigen afrikanischen Kontinent wird selbst zu einem Standortfaktor.
Eine Branche mit industriellem Gewicht
Auch die Wahl der Lebensmittelindustrie ist kein Zufall. Nach Angaben, die beim offiziellen Start der Morocco Food World vorgestellt wurden, steht die Agroindustrie für rund 22 Prozent der marokkanischen Industrieproduktion und Wertschöpfung und beschäftigt mehr als 206.000 Menschen. Sie gehört zudem zu den bedeutenden Exportbranchen des Landes.
FENAGRI bringt dabei die nationale industrielle Basis ein. Der Verband vereinigt 15 Branchenorganisationen und mehr als 2.600 Unternehmen. Messe Düsseldorf steuert seine internationale Aussteller- und Besuchernetzwerke sowie seine Erfahrung mit Lebensmittel-, Verarbeitungs- und Verpackungsmessen bei.
Entsprechend breit soll die Morocco Food World aufgestellt werden: Lebensmittelproduzenten treffen dort auf Anbieter von Verarbeitungs- und Verpackungstechnologien, Zutatenhersteller, Dienstleister, Investoren und internationale Einkäufer. Im Mittelpunkt stehen damit nicht nur fertige Lebensmittel, sondern die gesamte industrielle Wertschöpfungskette.
Eine deutsch-marokkanische Wirtschaftsplattform
Für die deutsch-marokkanischen Wirtschaftsbeziehungen erhält das Projekt dadurch eine zusätzliche Bedeutung. Die Deutsch-Marokkanische Industrie- und Handelskammer sieht in der neuen Messe ausdrücklich eine Möglichkeit, Unternehmenskooperationen, Investitionen und Technologietransfer zwischen beiden Ländern zu verstärken.
Die Entscheidung der Messe Düsseldorf fügt sich damit in eine Entwicklung ein, die über den Veranstaltungssektor hinausweist. Marokko gewinnt für internationale Unternehmen nicht nur als Produktions- und Absatzmarkt an Bedeutung, sondern zunehmend auch als Plattform, von der aus europäische und afrikanische Märkte miteinander verbunden werden können. Mit der Morocco Food World bekommt diese Rolle 2027 eine neue deutsch-marokkanische Adresse.