Zum Hauptinhalt springen

Internationale Wissenschaft trifft sich zur Science Week in Benguerir

Mit ihrer Science Week bringt die Université Mohammed VI Polytechnique internationale Forscher nach Benguerir. Im Zentrum der Veranstaltung steht die wachsende Verbindung von Disziplinen wie Nanotechnologie, Biotechnologie und künstlicher Intelligenz - ein Ansatz, der Wissenschaft, Industrie und gesellschaftliche Transformation zunehmend miteinander verknüpft.

UM6P. Fiktive Ergaenzungen durch ChatGPT

UM6P in BenguerirDie Université Mohammed VI Polytechnique (UM6P) veranstaltet vom 30. März bis 5. April 2026 auf ihrem Campus in Benguerir die sechste Ausgabe ihrer „Science Week“. Unter dem Thema „Convergence(s)“ widmet sich die Veranstaltung der zunehmenden Vernetzung wissenschaftlicher Disziplinen und den Auswirkungen dieser Entwicklung auf Forschung, Innovation und gesellschaftliche Transformation.

Die Universität, die 2017 gegründet wurde und von der OCP-Gruppe unterstützt wird, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Forschungsstandort im marokkanischen Wissenschaftssystem entwickelt. Mit der Science Week verfolgt sie das Ziel, internationale Forscherinnen und Forscher, Studierende, Industriepartner und politische Entscheidungsträger zusammenzubringen, um aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen zu diskutieren.

Nach Angaben der Organisatoren nehmen an der diesjährigen Ausgabe mehr als 100 Wissenschaftler und Experten aus verschiedenen Ländern teil. Zu den angekündigten Gästen gehört unter anderem Victor J. Dzau, Präsident der US-amerikanischen National Academy of Medicine, der sich mit Fragen der Governance von Gesundheitssystemen und der Organisation biomedizinischer Forschung beschäftigt.

Auch der Chemiker Omar M. Yaghi, der international für seine Arbeiten zu metallorganischen Gerüststrukturen (Metal-Organic Frameworks, MOFs) bekannt ist, gehört zu den eingeladenen Referenten. Seine Forschung konzentriert sich auf Materialien, die etwa in der Speicherung von Gasen, der Wassergewinnung aus der Luft oder der Energieumwandlung eingesetzt werden können.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht das Konzept der wissenschaftlichen Konvergenz, das insbesondere in den sogenannten NBIC-Technologien sichtbar wird. Dieser Ansatz verbindet Nanotechnologie, Biotechnologie, Informationstechnologie und kognitive Wissenschaften. Ziel ist es, neue Erkenntnisse durch die Kombination unterschiedlicher Forschungsfelder zu gewinnen und diese stärker mit industriellen Anwendungen zu verknüpfen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der zunehmenden Nutzung digitaler Modelle in der Medizin und Biologie. Steve Levine, Initiator des Projekts Living Heart, stellt Entwicklungen im Bereich der sogenannten digitalen Zwillinge vor - computergestützte Modelle biologischer Systeme, die beispielsweise in der medizinischen Forschung und Therapieplanung eingesetzt werden können.

Darüber hinaus widmet sich die Veranstaltung Fragen der Umweltforschung und der globalen Nachhaltigkeit. Die Wissenschaftlerin Paula A. Harrison, die an internationalen Biodiversitätsbewertungen beteiligt ist, beleuchtet die Wechselwirkungen zwischen Klima, Biodiversität und politischen Entscheidungsprozessen.

Neben den wissenschaftlichen Vorträgen umfasst die Science Week auch Keynotes, Podiumsdiskussionen und Demonstrationen neuer Technologien. Die Veranstalter betonen dabei, dass sich das Programm nicht ausschließlich an Fachpublikum richtet. Studierende, Vertreter der Industrie sowie politische Entscheidungsträger sind ausdrücklich eingeladen, an den Diskussionen teilzunehmen.

Mit diesem Format verbindet die UM6P wissenschaftliche Forschung gezielt mit wirtschaftlicher Entwicklung, technologischer Innovation und gesellschaftlichen Fragestellungen. Die Science Week dient dabei als Plattform für den Austausch über aktuelle und zukünftige wissenschaftliche sowie technologische Entwicklungen – sowohl im marokkanischen als auch im internationalen Kontext.