Über 61% Füllstand dank außergewöhnlicher Niederschläge
Die Stauseen des Königreichs verzeichneten Ende Januar eine deutliche hydrologische Erholung. Das landesweit gespeicherte Wasservolumen übersteigt inzwischen 10 Milliarden Kubikmeter, was einem durchschnittlichen Füllstand von 61% entspricht - gegenüber lediglich knapp 28% im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Diese Zunahme von mehr als 120% ist unmittelbar auf die außergewöhnlich starken Niederschläge seit Beginn der aktuellen Hydrosaison zurückzuführen.
Besonders große und strategisch wichtige Staudämme profitierten von erheblichen Zuflüssen. Der Staudamm Al Wahda im Sebou-Becken erreichte mit einem Füllstand von über 90% nahezu seine Kapazitätsgrenze. Auch die Dämme Idriss Ier, Mohammed V und Dar Khrofa verzeichnen deutlich verbesserte Pegelstände. Im Mittleren Atlas legte Bin El Ouidane moderat zu, während Al Massira trotz jüngster Zuflüsse weiterhin vergleichsweise niedrig gefüllt bleibt.
Auf Ebene der Wasserbecken zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Die nördlichen Becken, insbesondere Sebou, Loukkos und Bouregreg, erreichen mit Füllständen zwischen 80% und 95% sehr hohe Werte und sichern damit die Wasserversorgung des Ballungsraums Rabat-Casablanca nachhaltig ab. Die zentralen und östlichen Becken wie Oum Er-Rbia und Moulouya weisen zwar eine spürbare Verbesserung auf, bleiben jedoch unter strukturellem Druck. In den südlichen Regionen ist eine langsame, aber ermutigende Erholung zu beobachten.
Diese hydrologische Entspannung verschafft Marokko kurzfristig wertvollen Handlungsspielraum - für die Trinkwasserversorgung, die Bewässerungslandwirtschaft und die Stabilisierung der Grundwasservorräte. Sie ersetzt jedoch nicht die Notwendigkeit einer langfristig strikten und nachhaltigen Wasserpolitik in einem Land, das dauerhaft von Wasserknappheit und klimatischen Risiken geprägt ist.