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NATO schult marokkanische Streitkräfte in ziviler Kooperation

Ein mobiles NATO-Ausbildungsteam hat in Rabat einen Fortgeschrittenenkurs zur zivil-militärischen Zusammenarbeit abgeschlossen. Im Fokus stand die Einbindung ziviler Akteure in militärische Planungs- und Entscheidungsprozesse - ein zentraler Baustein moderner Einsatzführung und regionaler Stabilität.

NATO AU Military Workshop in Marokko. Foto: northafricapost.com

NATO-Hauptquartier in Belgien. Foto: de.wikipedia.orgEin mobiles Ausbildungsteam (Mobile Training Team - MTT) des Alliierten Gemeinsamen Streitkräftekommandos Neapel (Joint Force Command Naples - JFC Naples), das der NATO (Organisation des Nordatlantikvertrags) untersteht, hat Ende Januar in Rabat einen Fortgeschrittenenkurs zur zivil-militärischen Zusammenarbeit (Civil-Military Cooperation - CIMIC) für die marokkanischen Streitkräfte abgeschlossen. Solche mobilen Teams werden von der NATO zeitlich begrenzt in Partnerstaaten entsandt, um spezialisierte operative Kompetenzen zu vermitteln, die an die jeweiligen nationalen Rahmenbedingungen angepasst sind.

Im Mittelpunkt der Ausbildung stand die Verzahnung zwischen zivilem Umfeld - darunter staatliche und kommunale Behörden, die Zivilbevölkerung, humanitäre Organisationen sowie kritische Infrastrukturen - und militärischer Einsatzplanung. Ziel ist es, eine möglichst kohärente Operationsführung zu gewährleisten und die Auswirkungen militärischer Maßnahmen auf das zivile Umfeld frühzeitig zu berücksichtigen. In den NATO-Doktrinen gilt die zivil-militärische Zusammenarbeit als zentrales Instrument, um militärisches Handeln mit Stabilisierung, Krisenmanagement und gesellschaftlicher Resilienz in Einklang zu bringen.

Das Programm behandelte unter anderem den strategischen Ansatz der NATO in den Bereichen zivile Vorsorge und Resilienz. Diese Konzepte zielen darauf ab, die Widerstandsfähigkeit von Staaten und Gesellschaften gegenüber sicherheitspolitischen, humanitären oder naturbedingten Krisen zu stärken. Darüber hinaus wurde die Einbindung von CIMIC in den gemeinsamen Zielplanungsprozess sowie in die operative Einsatzplanung vermittelt, um sicherzustellen, dass zivile Aspekte bereits in frühen Phasen militärischer Entscheidungsfindung berücksichtigt werden.

Nach Einschätzung der teilnehmenden marokkanischen Offiziere und Fachkräfte verlief die Ausbildung „strukturiert und interaktiv, mit einer ausgewogenen Verbindung von theoretischen Grundlagen und praxisnahen Fallstudien“. Sie habe das Verständnis für die Bedeutung der zivil-militärischen Zusammenarbeit in modernen Einsätzen vertieft, den Austausch konkreter Erfahrungen gefördert und eine engere Abstimmung mit zivilen Akteuren ermöglicht. Insgesamt sei die Schulung als relevant, bereichernd und unmittelbar praxisnah bewertet worden.

Auch seitens der Ausbilder wurde das hohe Engagement der marokkanischen Teilnehmer hervorgehoben. Das Lernumfeld sei „kooperativ und von aktiver Beteiligung geprägt“ gewesen. Zudem habe das mobile Ausbildungsteam bestehende Grundkenntnisse über die Auswirkungen militärischer Operationen auf das zivile Umfeld vertieft und signalisiert, auch künftig weitere Ausbildungsmaßnahmen zugunsten der Königlichen Streitkräfte Marokkos anbieten zu wollen.

Die Maßnahme ist Teil der umfassenderen NATO-Partnerschaftspolitik mit Nichtmitgliedstaaten. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, durch den Austausch von Doktrinen, Fachwissen und bewährten Verfahren zur regionalen Stabilität beizutragen, ohne die nationale Souveränität oder sicherheitspolitischen Prioritäten der Partnerländer in Frage zu stellen.