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Lebensqualität: Marokko überzeugt im afrikanischen Vergleich

Ein internationales Ranking sieht Marokko zu Beginn des Jahres 2026 unter den drei afrikanischen Ländern mit der höchsten wahrgenommenen Lebensqualität. Ausschlaggebend sind moderate Lebenshaltungskosten, klimatische Vorteile und stabile Alltagsbedingungen.

Tanger 2025

Marokko erreicht zum Jahreswechsel 2025/2026 den dritten Platz unter den afrikanischen Staaten in einem internationalen Vergleich zur Lebensqualität. Mit einem Indexwert von 114,1 liegt das Land hinter Südafrika und Tunesien, wie aus einem aktuellen Ranking der internationalen Datenplattform Numbeo hervorgeht.

Der Index basiert auf Selbstauskünften von Einwohnerinnen und Einwohnern und berücksichtigt unter anderem Kaufkraft, Lebenshaltungskosten, Sicherheit, Gesundheitsversorgung, Umweltbelastung, Klima und Mobilität. Ziel ist es, nicht institutionelle Leistungsfähigkeit, sondern die wahrgenommene Alltagstauglichkeit des Lebensumfelds abzubilden.

Für Marokko ergibt sich der vergleichsweise hohe Wert aus einer Kombination moderater Lebenshaltungskosten, eines günstigen Klimas und einer als ausreichend stabil empfundenen urbanen Infrastruktur. Besonders das Verhältnis zwischen Einkommen und Kosten wird im regionalen Vergleich als ausgewogen bewertet. Gleichzeitig bleiben strukturelle Schwächen bestehen, etwa bei der Gesundheitsversorgung und der Einkommenshöhe, die deutlich unter europäischen Niveaus liegen.

Im Vergleich zu Europa zeigt sich ein grundlegender Unterschied in der Logik des Rankings. Während europäische Länder bei Einkommen, sozialer Absicherung und Infrastruktur klar überlegen sind, wirken sich dort hohe Wohnkosten, steigende Preise und zunehmende Alltagsbelastungen dämpfend auf die wahrgenommene Lebensqualität aus. Marokko profitiert dagegen von niedrigeren Kosten und klimatischen Vorteilen, ohne mit europäischen Industriestaaten gleichgesetzt werden zu können.

Das Ergebnis unterstreicht Marokkos stabile Position im afrikanischen Vergleich, verweist jedoch zugleich auf die Grenzen solcher Indizes, die subjektive Wahrnehmungen stärker gewichten als objektive Entwicklungsindikatoren.