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Kanada setzt auf Lithiumsuche in Marokkos Süden

Während weltweit ein Wettlauf um Batterierohstoffe beginnt, richtet ein kanadischer Konzern seinen Blick auf den Süden Marokkos. Noch geht es nicht um Förderung, sondern um geologische Hinweise - doch die strategische Bedeutung könnte weit über die ersten Explorationen hinausreichen.

 Fiktive Lithiumsuche bei Tichla. Foto mit Hilfe ChatGPT erstellt

Lithium Abkommen Kanada Marokko, Foto: barlamane.comDer kanadische Konzern Lithium Afrika Resources hat Marokko in seine afrikanische Strategie zur Suche nach Lithium aufgenommen. Ein interner Bericht aus dem Jahr 2026 beschreibt ein Explorationsprojekt im Süden des Königreichs, das sich noch in einer frühen Phase befindet.

Im Zentrum steht ein 585km² großes Gebiet bei Tichla, das das Unternehmen 2024 erworben hat. Dort wurden im Jahr 2025 geologische Feldarbeiten durchgeführt. Dazu gehörten Kartierungen sowie Oberflächenproben, um mögliche lithiumhaltige Pegmatite zu identifizieren. Laut Unternehmensangaben wurden diese Programme im zweiten Quartal 2025 abgeschlossen.

Weitere Explorationsschritte sollen erst nach Auswertung der Ergebnisse geplant werden. Bislang existieren weder Bohrungen noch bestätigte Ressourcen, was den frühen Entwicklungsstand des Projekts unterstreicht.

Zusammenarbeit mit ONHYM

Das Projekt basiert auf einer Partnerschaft mit dem Office national des hydrocarbures et des mines (ONHYM), der staatlichen Institution, die in Marokko für Rohstoffexploration zuständig ist.

Diese Zusammenarbeit schafft den institutionellen Rahmen für die Exploration und erleichtert internationalen Unternehmen den Zugang zu Genehmigungen und geologischen Daten. Details zu finanziellen Vereinbarungen wurden bislang nicht veröffentlicht.

Lithium Afrika Resources betont zudem seine engen Beziehungen zu mehreren afrikanischen Regierungen. Neben Marokko betreibt das Unternehmen Explorationsprojekte in Südafrika, Mali, Guinea, Côte d’Ivoire und Simbabwe.

Rolle Marokkos in künftigen Lieferketten

Der Unternehmensbericht verbindet die geologische Exploration mit einer möglichen industriellen Perspektive. Demnach könnte Marokko künftig auch eine Rolle bei der Verarbeitung von Lithium spielen.

Dabei verweist das Unternehmen auf Anforderungen des amerikanischen Inflation Reduction Act, der strenge Regeln für die Herkunft von Rohstoffen in Batterien festlegt. Länder, die diese Kriterien erfüllen, könnten stärker in Lieferketten für den US- und europäischen Markt eingebunden werden.

Gleichzeitig weist Lithium Afrika Resources darauf hin, dass Afrika bislang nur einen kleinen Teil der globalen Explorationsinvestitionen erhält. Nach Angaben des Unternehmens fließen nur etwa 7% der weltweiten Lithium-Explorationsbudgets auf den Kontinent, während über 80% in Länder wie Australien, Kanada, Chile oder die USA gehen.

Vor diesem Hintergrund sieht das Unternehmen in Afrika - und auch in Marokko - ein geologisch noch wenig untersuchtes Gebiet mit möglichem Entdeckungspotenzial. Das Projekt bei Tichla bleibt jedoch vorerst ein Explorationsvorhaben ohne bestätigte Lagerstätte, dessen wirtschaftliche Perspektive erst durch weitere Untersuchungen geklärt werden kann.