Italienisches Unternehmen erhält Großaufträge für den LGV-Ausbau
Die nationale Eisenbahngesellschaft Marokkos (ONCF) hat der italienischen Firma Generale Costruzioni Ferroviarie (GCF) zwei Bauaufträge im Rahmen der Verlängerung der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Tanger über Kénitra bis nach Marrakesch erteilt.
GCF wird im Rahmen eines Konsortiums mit seinen Tochtergesellschaften Transalpes Renouvellement, GCF Électriques und GCF Maroc für das Los 2 verantwortlich sein. Dieses umfasst einen 200 Kilometer langen südlichen Streckenabschnitt zwischen Sidi El Aïdi und Marrakesch. Der Vertrag hat einen Wert von 140 Millionen Euro (etwa 1,5 Milliarden Dirham) und beinhaltet die Verlegung der Gleise sowie die Installation der Oberleitungsinfrastruktur, darunter das Setzen von Fundamenten, die Errichtung von Masten und die Elektrifizierung der Anlagen. Laut Unternehmensangaben befindet sich die detaillierte Planung bereits in Arbeit, während erste Vorbereitungsmaßnahmen begonnen haben.
Zur Umsetzung des Projekts wird GCF Bauzentren in Sidi El Aïdi und Benguérir errichten, die als logistische Knotenpunkte, Materiallager sowie Wartungsstandorte für Baugeräte dienen. In Benguérir werden zudem eine Fertigungsstätte für Betonschwellen sowie eine Schweißanlage für Schienen eingerichtet. Diese Einrichtungen sollen der ONCF auch für eine mögliche zukünftige Verlängerung der Strecke bis nach Agadir zur Verfügung stehen. Der für den Gleisbau benötigte Stahl wird von JSW Steel Italy geliefert.
Zusätzlich hat GCF in Zusammenarbeit mit GCF Maroc den Zuschlag für das Los 4 erhalten, das die Modernisierung der bestehenden Bahnstrecke zwischen Sidi El Aïdi und Marrakesch umfasst. Dieses Vorhaben mit einem Volumen von 55 Millionen Euro (rund 600 Millionen Dirham) beinhaltet die Erneuerung der Gleisanlagen, der Weichen sowie der Oberleitungsinfrastruktur, ergänzt durch weitere bauliche Maßnahmen.
Im Rahmen dieses Projekts werden zudem sechs Bahnhöfe - Sidi El Aïdi, Settat, Benguérir, Sidi Bouâtman, Palmerale-Sidi Ghanem und Guéliz - saniert. Darüber hinaus sind zwei neue Stationen in Ville Verte und am Stade de Marrakech geplant, um eine optimale Anbindung an die im Bau befindliche Hochgeschwindigkeitsstrecke zu gewährleisten.
Die Bauarbeiten, die auf eine Dauer von 36 Monaten angesetzt sind, sollen den Verkehr auf dieser strategisch wichtigen Achse optimieren und die Verkehrseffizienz nachhaltig verbessern.