Frankreich soll seine Beziehungen zu Marokko überdenken

Die französische Außenministerin Catherine Colonna beendete am Freitag einen zweitägigen Besuch in Marokko, wo sie mit ihrem marokkanischen Amtskollegen zusammentraf, um einige dringende Themen zu besprechen, darunter die Visakrise und die Zukunft der bilateralen Beziehungen.

 

Frankreich soll seine Beziehungen zu Marokko überdenken, Catherine Colonna und Nasser Bourita von barlamantoday.comIn einer Pressekonferenz mit ihrem Amtskollegen Nasser Bourita kündigte Colonna die Wiederaufnahme des normalen Konsularverkehrs zwischen Marokko und Frankreich an. Damit war eine wichtige Hürde genommen.

Marokko hat Frankreich jedoch nie offiziell aufgefordert, seine Entscheidung zurückzunehmen, die das Königreich zwar als einseitig, aber souverän ansah. Die marokkanischen Bürger sind einfach auf andere Reiseziele wie die Türkei und Italien ausgewichen. Es gibt sogar einen wachsenden Trend unter Studenten, ihr Studium auf Englisch statt auf Französisch zu absolvieren, was die "Frankophonie" im Allgemeinen bedrohen könnte.

Während der Pressekonferenz sagte Bourita, dass die derzeitigen geopolitischen Veränderungen Frankreich dazu zwingen, seine Beziehungen zu Marokko zu überdenken und neu zu gestalten. Die Beziehungen seien zwar vielfältig und stünden auf einer soliden Grundlage, doch gebe es einige Schwierigkeiten, weil sie nicht an den regionalen und internationalen Kontext angepasst seien, so Bourita.

Das Königreich Marokko hat seine Partnerschaften bereichert und diversifiziert, indem es sich auf Multilateralismus und Offenheit stützt, und eine überholte, altmodische Bindung an Frankreich kann sich als hinderlich und schädlich für seine Interessen erweisen.

Zur Sahara-Frage erklärte Bourita, dass Frankreich nie eine negative Haltung eingenommen habe, dass sich diese Haltung aber weiterentwickeln müsse, um mit der Sahara-Frage Schritt zu halten, die in den letzten Jahren zahlreiche Entwicklungen erlebt habe.

Auf französischer Seite war der gleiche Tenor zu hören. Colonna erklärte, Frankreichs Position in der Sahara-Frage sei klar und eindeutig. Es befürwortet die Autonomie-Initiative, die Verhandlungen, den Waffenstillstand und die Bemühungen des Gesandten der UNO. Im Grunde ist dies eine starre Haltung, die sich weigert, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Eine Position, die nicht den legitimen Erwartungen Marokkos entspricht.

Die Pressekonferenz hat eines deutlich gemacht: die Frage der Position zur Sahara ist noch immer ungelöst. Marokko besteht auf einer Änderung der Haltung Frankreichs.

 


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