Autoindustrie 2025: Vom Werkbank-Standort zur Drehscheibe
Im Jahr 2025 zählt Marokko zu den dynamischsten Automobilstandorten im MENA-Raum. Betrachtet man die neu angekündigten Investitionsprojekte, liegt das Königreich mit 23 Vorhaben auf Platz zwei - knapp hinter der Ägypten. Nach Produktionszahlen hingegen hat sich Marokko bereits an die Spitze gesetzt: Mit einer Jahresproduktion von nahezu einer Million Fahrzeugen ist das Land heute der führende Automobilproduzent Afrikas und einer der wichtigsten industriellen Standorte an der südlichen Peripherie Europas.
Die marokkanische Automobilindustrie hat sich in den vergangenen Jahren strukturell gewandelt. Sie ist heute einer der wichtigsten Pfeiler der Industrieproduktion, treibt Exporte, schafft qualifizierte Arbeitsplätze und fördert technologische Kompetenzen. Entscheidender Faktor ist ein inzwischen ausgereiftes industrielles Ökosystem: leistungsfähige Logistik, integrierte Industrieparks, ein dichtes Netz lokaler Zulieferer sowie eine zunehmend spezialisierte Fachkräftebasis.
Im Unterschied zu vielen anderen Märkten der Region beschränkt sich Marokko nicht auf Endmontage. Investitionen decken die gesamte Wertschöpfungskette ab - von Kabelbäumen und Innenausstattung über komplexe Komponenten bis hin zu Segmenten der Elektro- und Hybridmobilität. Diese Vielfalt erhöht die Widerstandsfähigkeit des Standorts und macht ihn attraktiv für europäische Hersteller, die ihre Lieferketten diversifizieren.
Gestützt wird diese Entwicklung durch ein wachsendes Binnenmarktvolumen und die Präsenz neuer internationaler Anbieter, insbesondere aus Asien. Dank seiner Nähe zu Europa, stabiler Rahmenbedingungen und zahlreicher Handelsabkommen hat sich das Königreich von der verlängerten Werkbank zu einer integrierten industriellen Drehscheibe zwischen Europa und Afrika entwickelt.