Koloquinten aus dem Südosten Marokkos

Koloquinten aus dem Südosten Marokkos von Thomas Friedrich (siehe Biographie)

Koloquinten, eine wilde Kürbisart, die in den Ländern südlich vom Mittelmeer, aber auch in anderen ariden Gebieten, verbreitet ist.

Viele Marokkoreisende kennen die tennisballgroßen, gelben Früchte, die manchmal am Straßenrand im Süden des Königreichs liegen.

Es handelt sich um eine wilde Kürbisart, die in den Ländern südlich vom Mittelmeer, aber auch in anderen ariden Gebieten, verbreitet ist, nämlich um die Koloquinte.

Sie beinhaltet giftige und bitter schmeckende Inhaltsstoffe wie Colocynthin.

Die reifen und trockenen Früchte werden durch Winde in den Wüstengebieten umher geblasen und schlagen dabei an Steine, wodurch die Schale Löcher bekommt. Durch diese Löcher fallen beim Weiterrollen die Samen heraus und verbreiten sich so.

Aufgrund der in den letzten Jahren immer schwächer ausfallenden Winterregen und dem nahezu völligen Ausbleiben von Regenschauern im Frühjahr ist der Bestand der Koloquinten stark dezimiert worden.

Die Samen überdauern dann jahrelang im Boden und keimen erst bei günstigen Bedingungen.

Traditionell wird die Koloquinte als Abführmittel (da darmreizend) verwendet. In Europa wird sie in der homöopathischen Medizin bei kolikartigen Schmerzen und bei Beschwerden im Verdauungstrakt eingesetzt. In der ethnologischen Medizin findet sie Verwendung bei leberschützenden, entzündungshemmenden und anti-allergischen Medikamenten. Meistens findet nur das getrocknete Fruchtfleisch Verwendung in der Herstellung von pharmazeutischen Produkten.

Die Nomaden reiben ihre Schafwolle vor der Verarbeitung mit dem giftigen Saft der Koloquinte ein. Dies schützt vor wollfressenden Insekten.

 

Koloquinten: Im Herbst werden die Früchte geerntet, geschält, entkernt und in Scheiben geschnitten und getrocknet.

Im Herbst werden die Früchte geerntet, geschält, entkernt und in Scheiben geschnitten und getrocknet.

Im Südosten Marokkos ist der Wirkstoffgehalt besonders hoch und es finden sich bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von weniger als 20% optimale Voraussetzungen zum Trocknen der Früchte, nämlich frei von den sonst üblichen Aflatoxinen (giftige Schimmelpilze).

Siehe auch die Beiträge unter Wikipedia, nhv-theophrastus und Friedrichnaturediscovery.

Im Übrigen war die Koloquinte in Deutschland Heilpflanze des Jahres 2012.

 

 


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