Die deutsch-marokkanischen Wirtschaftsbeziehungen gehen auf den Anfang des 16. Jahrhunderts, genauer gesagt auf das Jahr 1506, zurück, als die Verwalter der Welser und der Fugger Vertretungen in Safi (Küstenstadt Marokkos) gegründet haben, um Safran und Weizen zu laden, die für die deutschen Handelshäuser in anderen Ländern der Region bestimmt waren.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts führten die bilateralen Verhandlungen zu der Ratifizierung eines Vertrages zwischen dem cherifischen Reich und den Städten Hamburg, Bremen und Lübeck. Dieser Vertrag hat für die freie Schiffahrt der deutschen Handelssegelschiffe entlang der marokkanischen Küsten gesorgt.

Nach mehreren gelegentlichen Verbindungen zwischen dem deutschen  Bund und Marokko haben sich die Wirtschafts- und Handelsinteressen nach und nach entwickelt und sie haben wesentlich zu den ersten offiziellen Beziehungen zwischen beiden Ländern im Jahr 1872 beigetragen. 1890 wurde der erste Handelsvertrag zwischen Deutschland und Marokko unterschrieben.

Zurzeit werden die deutsch-marokkanischen Beziehungen durch das euro-mediterrane Vereinigungsabkommen zwischen Marokko und der Europaïschen Union, das die Einführung einer Handelsfreizone im Jahr 2012 erzielt, bestimmt. Marokko und Deutschland haben auch folgende sektorenbezogene Abkommen abgeschlossen:

- Das Abkommen über die technische und die wirtschaftliche Zusammenarbeit vom 24.11.1966: schafft den juristischen Rahmen der Zusammenarbeit für die Entwicklung. Auf der Basis dieses Abkommens werden einige Entwicklungsprojekte durch die deutsche Regierung finanziert;
- Das Abkommen über die internationale Beförderung der Fahrgäste und der Güter, das am 25.6.1985 unterschrieben wurde : regelt den Straßenverkehr zwischen beiden Ländern und legt die jährlichen Reisekontingente zwischen den Transportunternehmen beider Länder fest;
Das Abkommen über den Luftverkehr vom 12.10.1961: legt die Luftverkehrsbedingungen zwischen Marokko und Deutschland fest;
- Das Abkommen über die Förderung und den beidseitigen Investitionsschutz, das am 6. August 2001 unterschrieben wurde: gewährt den beiden Parteien die Freiheit und den Investitionsschutz in beiden Ländern. Dieses Abkommen ersetzt das Abkommen von 1962;
- Das Abkommen der Nichtbesteuerung bezüglich des Einkommens- und Vermögenssteuer, das am 25.08.1972 unterschrieben wurde: erlaubt es, die Doppelbesteuerung der Einkommensteuer zu verhindern.

Der bilaterale Handelsverkehr

In Bezug auf den bilateralen Handelsverkehr ist die Bundesrepublik Deutschland ein wichtiger Partner für das Königreich Marokko, unter den Handelspartnern nimmt sie heutzutage den vierten Platz ein. Sie ist der fünfte Kunde nach Frankreich, Spanien, Großbritannien und Italien und ist vierter Lieferant nach Frankreich, Spanien und Italien. Die Handelsbilanz zwischen beiden Ländern steht jedoch zu Gunsten Deutschlands mit einem Deckungsatz von 27,7 für 2004.

Mehr als 90 deutsche Unternehmen arbeiten zurzeit in Marokko in den Bereichen der Chemie, der Arzneikunde und des Textils und sind deshalb der beste Beweis, dass die Investitionen in Marokko nützlich und stabil für die deutschen Wirtschaftsunternehmer sind.

Nach der EU-Erweiterung befinden sich Marokko und Deutschland in einer sehr engen geografischen Nachbarschaft. Die Investitionsmöglichkeiten sind zahlreich in den Sektoren des Immobiliengeschäftes, der Autobahn, der Landwirtschaft, der Seefischerei, der Automobilindustrie, der neuen Informatiktechnologien etc….

Diese Geschäftsmöglichkeiten sind um so mehr von Bedeutung als Marokko zahlreiche Reformfelder in Bezug auf die Außeninvestition durchgestartet hat, es geht von der Vereinfachung der Verwaltungs-, Steuer- und Zollprozesse (Ein einziges Formular für die Gründung einer Gesellschaft in Marokko) bis auf die Lockerung der Regelung der Wechselkurse und auf die Entwicklung einer Aufnahmeinfrastruktur für die modernen Industrieeinheiten.

Die deutschen Anleger haben Regionalinvestitionszentren (CRI) zur Verfügung, die Ihnen mittels Informationen und Orientierung helfen können, ihre Projekte konkret zu realisieren. Um die Investitionsmöglichkeiten pro Region kennen zu lernen, bzw. ein Geschäft in Marokko zu eröffnen, können Sie sich mit einem CRI in Verbindung setzen, indem Sie hier klicken.

Der Tourismus

Seit drei Jahren hat Marokko in Bezug auf Tourismus eine Zehnjahresförderungsstrategie entwickelt, die auf nationaler Ebene vorrangig behandelt wird, mit der Zielsetzung, 10 Millionen Touristen bis 2010 zu empfangen. Diese Strategie, die « Azur-Plan » genannt wird, hat es ermöglicht, einen Vertragsrahmen zu übernehmen, in welchem sich die Bemühungen der öffentlichen und der privaten Sektoren treffen und ergänzen.

Die marokkanische Regierung und der Nationaltourismusverband haben ein Rahmenabkommen beschlossen, bzw. sie führen es gerade durch. Es besteht aus mehreren strategischen Ausrichtungen und gut strukturierten und exakt gerechneten Programmen in allen Hauptaktivitäten im Tourismussektor. Diese Strategie zielt auch auf die Entwicklung der breit gefächerten Produkte, ob im Küstengebiet, im Gebirge, im Waldgebiet oder im Sahara und dies durch die Durchführung der Projekte des Azur-Planes, der ca. 5 Milliarden Euro Investition beansprucht.

Die Bilanz des marokkanischen Tourismus wurde am 13. Januar 2005 im Verlauf der 5. Ausgabe des Tourismuskongresses vorgestellt, der unter der Schirmherrschaft Seiner Majestät dem König Mohammed VI in Ouarzazate stattgefunden hat.

Aus diesem Anlaß wurde eine neue Stufe der Tourismusentwicklung erreicht, sofern das Ziel Marokko in das Weltnetz der großen Reisenden wieder eingegliedert wurde und zusätzlich mehr als 750.000 Touristen gewonnen hat, um insgesamt fast 5,5 Millionen Touristen im Jahr 2004 zu verbuchen.

Die Zunahme der Touristenanzahl obliegt einem sehr guten Leistungs-/Preisverhältnis der Reise nach Marokko, es hat auch mit den vielen Vorzügen des Landes Marokko als Ferienziel zu tun und zwar: mit der Echtheit des Kultur- und Naturerbgutes ; der Schönheit und der geografischen und natürlichen Vielfalt ; mit den Sicherheits- und Stabilitätsbedingungen ; mit dem wohltemperierten Klima und der Nähe zu Europa (14 Km).

So ist die Anzahl der deutschen Touristen nach Marokko im Jahr 2004 auf 146.269 gestiegen, es bedeutet gegenüber 2003 ein Zuwachs von 13 %. Diese Entwicklung wird im Laufe des Jahres 2005 weiter bestehen und die Zunahme der deutschen Besucher wird mindestens 20 % betragen.

Stand 2005

   

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