Avenue Mohammed VRabat, die Hauptstadt des Landes, an der Bou-Regreg-Mündung gelegen, liegt 60 Meter hoch und hat mit Salé ca.1,3 Mill. Einwohner. Von Rabat gelangt man über die Brücke nach Salé. Durch Bab Mrisa gelangt man in die Altstadt. Es ist das älteste Tor von Salé (13. Jh). Von hier aus gelangt man direkt in die Mellah, das Judenviertel.

Geschichte

Prähistorische Funde in der Gegend von Salé weisen auf eine frühe Besiedelung hin. Die Phönizier und Karthager benutzten die Mündungsbucht des Bou-Regreg-Flusses als Ankerplatz, und das Gebiet des heutigen Chellah war wichtiger römischer Handelsplatz.

Im 8. Jh. siedelten die kriegerischen Berghouata-Berber in der Nähe von Rabat. Sie schrieben ein neues Religionsgesetzbuch, das zwar den Koran als Grundlage nahm, aber sich mehr an berberische Traditionen anlehnte. Zenata-Berber und spanische Omajjaden, die diese Religionsspaltung heftig bekämpften, gründeten im 10. Jh. ein Ribat - eine Klosterburg - auf dem Oudaia-Felsen.

Dieses Ribat (daher der Name Rabat) war Stützpunkt für Feldzüge gegen die Berghouata. Am gegenüberliegenden Ufer des Bou-Regreg entstand in Salé die Hauptstadt des Königreiches der Beni Ifren, die ebenfalls die Berghouata bekämpften. Eine Zeitlang geriet das Kloster in Vergessenheit und gewann erst wieder an Bedeutung, als die Almohaden unter Abd el Moumen die Berghouata besiegten. Sie benutzten die günstige Lage der Flußmündung als Feldlager für Eroberungszüge nach Spanien. Salé wurde zerstört. Auf dem Oudaia-Felsen wurde das ehemalige Kloster zu einer Festung ausgebaut und mit einem Palast und einer Moschee versehen.

Der Enkel Abd el Moumens, Abu Youssuf Yakub el Mansour (1184 bis 1199) gründete dann die Stadt Ribat el Fath, wählte sie zur Hauptstadt des Reiches und ließ eine große Stadtmauer und eine Moschee bauen, die allerdings unvollendet blieb. Reste der Moschee und das nicht vollendete Minarett - den Hassanturm - kann man heute noch sehen. Nach dem Tode des Sultans Abu Youssuf Yakub verlor die Stadt an Bedeutung, der Regierungssitz wurde nach Marrakesch verlegt, Salé jedoch entwickelte sich zum wichtigsten Atlantikhafen der damaligen Zeit. Anfang des 17. Jh. waren die beiden Nachbarstädte Zufluchtsort andalusischer Flüchtlinge; beide Städte erlebten einen zweiten Aufschwung. Sie gründeten die unabhängige Republik Bou Regreg mit der Kasbah Oudaia als Mittelpunkt. Diese Republik erreichte Berühmtheit als Piratenstützpunkt und als Umschlagplatz für den Sklavenhandel. Die Angriffe der Piraten richteten sich vor allem gegen europäische Schiffe. Es kam zu vielen Kämpfen mit französischen und auch englischen Schiffen.

Die Franzosen unter General Lyautey wählten Rabat 1912 als Verwaltungshauptstadt und Generalresidenz aus. Sultan Moulay Yussuf übersiedelte ebenfalls nach Rabat und ließ an dem bereits von Sidi Mohammed Ben Abdallah ausgewählten Platz seinen Palast bauen. In der französischen Protektoratszeit wurde die Stadt großzügig ausgebaut und bietet jetzt das Bild einer beschaulichen, modernen Stadt mit Villenvierteln und Verwaltungszentren. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh. gewann Rabat durch rege Handelstätigkeit mit Europa an Bedeutung. Die Stadt will und kann aber in keiner Weise in ihrer Bedeutung Casablanca als Wirtschaftszentrum Konkurrenz machen.

Sehenswürdigkeiten

Die Medina (Altstadt) bekam ihr heutiges Aussehen durch die Andalusienflüchtlinge im 17. Jh. Sie ist klein und gut erhalten. Im Süden wird die Altstadt durch die Andalusiermauer begrenzt. Durch Bab el Had erreicht man die Medina.

Über Sidi Makhlouf kommt man zum Place Souk el Ghezel, dem früheren Handelszentrum und Sklavenmarkt. Gegenüber liegt Kasbah des Oudaia. Das Oudaia-Tor, Haupteingang der Kasbah, ist eines der wichtigsten Bauwerke der Almohadenzeit.

In der ehemaligen Residenz von Moulay Ismail ist das Museum für Marokkanische Kunst, das Volkskunstmuseum und das Musikinstrumentemuseum untergebracht, mit ausführlichen Sammlungen von Schmuck, Musikinstrumenten, Teppichen, Koranschriften und Trachten.

Der Hassanturm ist das Wahrzeichen Rabats. Die Moschee und der Hassanturm wurden Ende des 12. Jh. von Yakoub el Mansour in Auftrag gegeben; es sollte die größte islamische Moschee entstehen... Die zum großen Teil fertigen Bauten wurden 1755 durch ein Erdbeben weitgehend zerstört.

Am Rande der Moscheeruinen entstand (1967) das Mausoleum von Mohammed V. Die Grabanlage besteht aus einer Moschee, einem Mausoleum und einer kleinen Gedenkstätte mit Bildern aus dem Leben des Königs. Die Wächter im Mausoleumsbereich sind in Tracht mit Pluderhosen und Schärpen geschmückt.

Die Hauptgeschäftsstraße der Neustadt mit ihren modernen Bauten, großzügigen Gartenanlagen, Regierungs- und Universitätsviertel ist die Av. Mohammed V. Hier liegen die Hauptpost, der Bahnhof, Flugbüros, Hotels und Banken.

Moschee Es Sunna ist Anfang des 20. Jh. nach dem Vorbild der Koutoubia-Moschee in Marrakesch erbaut wurde.

Im Energie- und Bergbauministerium ist das Museum der Wissenschaft der Erde mit einem bei Azilal gefundenen Dinosaurierskelett.

Salé, Medersa der Meriniden“Tor des Windes”, neben dem Oudaia-Tor das schönste der Stadt. Es ist zu beiden Seiten von Türmen begrenzt und hat mehrere Innenräume.

Am Ende der Avenue Yacoub el Mansour liegt gleich außerhalb der Stadtmauern Chellah, die Grabstätte der Meriniden. Das auf einem Hügel gelegene Arreal wird von einer Mauer aus dem 14. Jh. umschlossen.

Salé

Von Rabat gelangt man über die Brücke nach Salé. Durch Bab Mrisa gelangt man in die Altstadt. Es ist das älteste Tor von Salé (13. Jh). Von hier aus gelangt man direkt in die Mellah, das Judenviertel.

Salé ist ein bedeutendes Zentrum für Kunsthandwerk. Aber auch keramische Produkte, Teppiche und Holzarbeiten werden kunstvoll gefertigt. Das bekannteTöpferviertel von Salé liegt an der zweiten Bou-Regreg-Brücke.

In der Medina von Salé steht die große Moschee aus der Almohadenzeit (12. Jh.) und das schönste Bauwerk aus der Merinidenzeit, die um 1340 erbaute Medersa Aboul Hassan.

   

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