Das Flusstal des Dades zwischen Ouarzazate und Errachidia ist unter dem Namen „Straße der 1.000 Kasbahs“ berühmt geworden. Die archaischen Formen der jahrhundertealten Lehmburgen, das üppige Grün der Oasengärten und die rötlich schimmernden Berge im Hintergrund verschmelzen zu Bildern einzigartiger Schönheit.

Besonders im Frühjahr, zur Zeit der Obst-, Mandel- und Rosenblüte, explodieren hier zwischen Steinwüste und verkarsteten Bergen die Farben und Düfte.

Die „Straße der Kasbahs“ wird von zwei Gebirgszügen gerahmt: dem Anti-Atlas im Westen und dem Hohen Atlas im Norden. Von Agadir kommend erreicht man Ouarzazate über Taroudant und den 2.093 m hohen Gebirgspass Tizi-n Test (Entfernung 377 km), von Marrakech aus über den 2.260 m hohen Gebirgspass Tizi-n-Tichka (Entfernung 196 km).

Der Hohe Atlas bildet eine natürliche Trennlinie zur Sahara. Während die grüne Nordseite an die Alpen erinnert, bieten die kargen Bergflanken der Südseite ein kontrastreiches neues Bild.  spärlich bewachsene Hochtäler, tiefe Palmen bestandene Schluchten, mächtige Ksour und Terrassenkulturen an malerischen Flussläufen. Hier wird die Postkartenidylle zur Wirklichkeit.

Süd-Marokko ist reich an Sensationen. Neben der berühmten „Straße der Kasbahs“ locken die Felsschluchten der Flüsse Dades und Todra, die Flusstäler des Draa und des Ziz und die Oasen-Landschaft des Tafilalet Naturliebhaber, Abenteurer und Romantiker.

Die schnellste Ost-West-Verbindung ist die gut ausgebaute Landstraße P32, auf der sich die Highlights des Südens bequem erreichen lassen. Die Fahrt von der Provinzhauptstadt Ouarzazate, dem klassischen Ausgangspunkt, bis zur Oase Boumaine und dem Eingang zur Dades-Schlucht dauert ca. drei Stunden. Nach einer weiteren Autostunde erreicht man Tinerhir, das Tor zur Todra-Schlucht.

Ouarzazate

Provinzhauptstadt, touristisches Zentrum und Ausgangspunkt für Tagesausflüge ist Ouarzazate. Die nah gelegene Kasbah Ait Ben Haddou zählt zu Hollywoods begehrtesten Filmkulissen.

Die Filmindustrie und das ganzjährig sonnige Klima locken immer mehr Urlauber an, die hier nicht nur die Faszination der Ausflugsziele, sondern Muße und Wärme suchen.

Größte Sehenswürdigkeit von Ouarzazate ist die im 18. Jahrhundert erbaute (und bis ins 20. Jh. erweiterte) Kasbah Taourirt. Sie war eine Residenz der mächtigen Glaoui-Berber, die einst die gesamte Region südöstlich von Marrakesch beherrschten. Während der Zeit des französischen Protektorats verbündeten sich die Glaoui mit den Kolonialherren und erhielten zum Dank den Titel „Pascha von Marrakech“.

Die grandiose Landschaft des Atlasgebirges, die endlosen Sanddünen der Sahara und die bizarre Architektur der Kasbahs lockten viele der berühmtesten Regisseure der Welt hierher. Auch auf Celluloid gebannt verzaubern die archaischen Formen und das unvergleichliche Licht dieser einzigartigen Landschaft. Neben den eindrucksvollen natürlichen Kulissen ist es die gute Infrastruktur, sind es die Fähigkeiten der marokkanischen Handwerker, Designer, Kostümschneider und Bühnenbauer, die den hervorragenden Ruf der örtlichen Filmindustrie begründen

Kasbahs - Speicherburgen der Berber

Zu den „Sehenswürdigkeiten“ des Südens gehören die zahllosen malerischen Kasbahs, auch Ksar (Plural Ksour) oder Agadir genannt. Die eindrucksvollen Lehmburgen dienten als Wohnhäuser, Wehr- und Speicherburgen für Familien und ganze Sippen. Jede Kasbah hatte eigene Dekorationen, Trachten und Feste. Die mit geometrischen Mustern verzierten Wände und Türme bestehen aus mit gehäckseltem Maisstroh vermischtem Stampflehm.

Zu den berühmtesten Kasbah-Komplexen in Südmarokko zählen Ait Ben Haddou, Telouet (Stammsitz der Glaoui-Berber und ein lohnen der Abstecher auf der Fahrt von Marrakech nach Ouarzazate), Taourirt in Ouarzazate, Tifoultoute im Flusstal des Draa, El Kelaa des M‘Gouna und Guelmim im Dades-Tal. Welche und wie viele Kasbahs der Reisende besucht, hängt von der zur Verfügung stehenden Zeit und Reiseplanung ab. Die meisten Kasbahs können spontan und ohne Voranmeldung besichtigt werden.

Kasbah-Hotels in Südmarokko

Lehmfarbene Wohnburgen sieht man in Südmarokko nicht nur hundertfach am Wegesrand, man kann auch selbst in einer von ihnen wohnen.

Alle Hotels des Südens sind von der jahrhundertealten Wohnarchitektur der Kasbahs inspiriert: zinnenbekrönte Lehmziegelmauern umringen weite Höfe, Palmengärten, Pool und Hotelzimmer. Tonlampen, Berberteppiche und schmiedeeiserne Möbel zaubern zum westlichen Komfort das Lebensgefühl der Berber.

Die Oasenstädte

Alle Oasenstädte versprechen viel Lokalkolorit, besonders während des Wochenmarktes, der fast in jedem Ort an einem anderen Tag stattfindet. Hier kaufen Bauern und Nomaden das, was sie nicht selbst erzeugen, werden Tiere, Früchte, Teppiche und Haushaltswaren gehandelt und Neuigkeiten ausgetauscht.

Ein Erlebnis für viele Urlauber ist die Besichtigung der Oasengärten: Gemüsefelder und Obstbäume unter dem Schatten spendenden Dach der Dattelpalme, der wichtigsten Nutz pflanze in Marokkos Süden. Ausgeklügelte Bewässerungssysteme sorgen für Frische und sattes Grün, auch im Hochsommer!

Im Dades-Tal

Das Tal des Dades zweigt bei Boumalne du Dades von der Hauptstraße P 32 ab. Es ist Teil und Höhepunkt der „Straße der Kasbahs“.

Rostrote Berge und Iehmfarbene Kasbahs, grüne Oasen und bunte Tücher, die im Winde flattern. Die Fahrt durch das Dades-Tal ist ein unvergessliches Erlebnis und fester Bestandteil der Rundreise „Straße der Kasbahs“, die zahlreiche Veranstalter in verschiedenen Varianten anbieten.

Nach etwa 30 Kilometern wird das Tal zur Schlucht. Immer enger rücken die Berge an den Fluss heran, bis die Felswände so eng stehen, dass sich die Straße über den Berg winden muss. Am Aussichtspunkt (toller Blick vom Terrassen-Cafe) muss der Reisebus umdrehen. Hier endet die asphaltierte Strecke, weiter geht es nur im Geländewagen.

Von hier aus führen Pisten weiter bis zur Todra Schlucht (zwei bis drei Fahrstunden) und nach Imilchil, berühmt für seinen „Heiratsmarkt“ (ca. 5 Fahrstunden).

Todra-Schlucht

50 Kilometer weiter erreicht man von Ouarzazate aus kommend die Oasenstadt Tinerhir, den wichtigsten Marktort des Sahara-Vorlands.

Etwa 1 Kilometer hinter dem Ortsausgang von Tinerhir zweigt die Straße in die Todra-Schlucht ab. Die ersten 13 km sind geteert und gut befahrbar, dann verengt sich die Kluft auf gerade noch 10 Meter. Hier müssen die Fahr zeuge im Flussbett fahren, für eine Fahrstraße blieb neben dem gemauerten Fußweg kein Platz.

Unterwegs nach Zagora

Weniger bekannt als das Dades-Tal, die sog. „Straße der Kasbahs“, aber genauso malerisch und landschaftlich abwechslungsreich ist das Flusstal des Draa, das (fast rechtwinklig zum Dades-Tal) von Ouarzazate nach Südosten führt — zu den Oasenstädten Agdz, Zagora, Tamegroute und Mhamid.

Eine gewundene Bergstraße führt über den schroffen Antiatlas zur Palmenoase Agdz, Ausgangsort für mehrere Kasbahs und die Wasserfälle des Draa. 29 km südlich von Agdz zweigt die Landstraße N 12 nach Erfoud ab.

Hauptort und Verwaltungszentrum der Draa Region ist Zagora (165 km von Ouarzazate), In den hiesigen Hotels machen einige Rundreisen Quartier.

Das Pilgerdorf Tamegroute (22 km südlich von Zagora) ist für seine Marabout-Gräber, die Bibliothek aus dem 17. Jh. und die Töpfer-Kooperative bekannt.

Mhamid (94 km südlich von Zagora) ist Ausgangspunkt für Ausflüge zu den Sanddünen. Ausflüge mit Geländewagen oder Kamel können vor Ort organisiert werden. Romantische Lehmburgen gibt es auch im Draa Tal. In den Oasen des Draa-Tals wird die Landwirtschaft wie vor Jahrhunderten überwiegend von Hand betrieben.

Dünenberg Erg Chebbi

Noch ein ganzes Stück vom Ende der „Straße der Kasbahs“ entfernt, im äußersten Südosten, liegt Marokkos größter Dünenberg, der 80 km lange Erg Chebbi: Sanddünen bis zum Horizont. „Laurence von Arabien“ wurde hier gedreht.

Der Sonnenaufgang oder -untergang in der Weite der Schahara gehört zu den schönsten Erlebnissen einer Reise nach Südmarokko.

Im Dorf der Gnaoua

Auch in Merzouga, im äußersten Südosten des Landes, gibt es mehr als Sand und Sonne. Nur eine knappe halbe Stunde dauert die Fahrt im Geländewagen zum Dorf der Gnaoua. Die Gnaoua, Nachkommen schwarzer Einwanderer aus Westafrika, sind berühmt für Ihre Musik. Blick in die die hypnotischen Rhythmen der Guembri (zentral- Dorfschule. afrikanisches Saiteninstrument), Trommeln und Hier wird ganz Kastagnetten und die ekstatischen Tänze und Ge- konventionell sänge der Gnaoua-Musiker schlagen den Zuhörer in ihren Bann. Eine Musik, die in Trance versetzen und Krankheiten heilen kann.

Grüße aus der Urzeit

Wer von Midelt über Errachidia nach Erfoud fährt, passiert eine kräftige Wasserfontäne, die meter- hoch in den Himmel schießt - ein 27 °C warmer Geysir mitten in der Wüste. Amerikanische Geologen haben hier nach Wasser gegraben und sind fündig geworden. Keine mechanische Pumpe, sondern der Schwemmdruck des Atlasgebirges drückt das Wasser nach oben.

Dieses unter der sonnenverbrannten Erdkruste verborgene Meer bedeckte vor 350 Millionen Jahren die ganze Sahara! Hier gab es Wasser, Wälder und Wiesen, lebten Gazellen und Dinosaurier. Das Erbe der Urzeit wird in vielen Orten mit Stolz präsentiert: Felsbilder, Dinosaurier-Knochen und -Zähne.

Ein besonders eindrucksvolles Relikt dieser Urzeit ist das Korallenriff 9 km östlich von Erfoud! An den bizarr geformten Felsen gibt es schöne Versteinerungen, Souvenirs in zahlreichen Fossilienläden.

Festivals im Süden

Die schönsten und farbenfrohesten Feste des Landes gibt es in Südmarokko. Etwa vergleichbar unserer Kirchweih finden jährlich mehrtägige Feste, die sog. „Moussems“, zu Ehren von Lokalheiligen statt. Riesige Zeltstädte entstehen im Umkreis, wenn ganze Sippen und Stämme zum Feiern anreisen.

Für den ausländischen Gast ist das ekstatische Schauspiele der Fantasias (Reiterspiel), der traditionellen Kostüme, Prozessionen und rituellen Tanz- und Musikvorführungen ein unvergessliches Erlebnis.

Stand 2008

   

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