Aziz Chiki lebt seit 22 Jahren als selbstständiger IT-Berater in Deutschland. Mit einer Investition in Höhe von 1,2 Millionen Euro hat der  40-jährige in Marokko eine hochmoderne und umweltfreundliche Produktionsanlage für Olivenöl aufgebaut. Sein Engagement ist ein kleiner Schritt in die Modernisierung der marokkanischen Landwirtschaft. Ein Schritt in eine umweltfreundliche, effiziente und ökologische Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse in Marokko.

Samira Louanzi-Thies: Welche Gefühle haben sie, wenn sie Nachrichten und Bilder vom  NSU-Prozess hören und sehen?

Aziz Chiki: Ich denke sehr positiv; ich bin ein optimistischer Mensch. Solange die Attacken von Rechts immer nur von einer Minderheit erfolgen, sehe ich darin keine große Gefahr! … Gefahren gibt es im Leben überall – auch in Marokko kann so etwas passieren. Die Attacken, insbesondere wenn Menschen zu Schaden kommen, sind sehr tragisch. Ich fühle mich in Deutschland sicher und solange ich mit den meisten Menschen klar komme, sehe ich keinen Anlass, mich bedroht zu fühlen.

Samira Louanzi-Thies: Können Sie nachvollziehbar, dass die Deutschen es als Bedrohung wahrnehmen, dass immer mehr Ausländer in ihrem Land leben?

Aziz Chiki: Wie bereits gesagt; durch meine positive Einstellung zum Leben, sehe ich für mich und meine Familie keine Bedrohung. Für mich ist es wichtig, dass ich hier in Deutschland zurechtkomme und meine Leistung erbringe. Ich spreche noch nicht fließend Deutsch. Ich bin stets bestrebt dies zu ändern. Ich versuche dadurch meine Stellung zu wahren und zu verbessern, Das versuche ich auch meinen Kindern zu vermitteln.

Samira Louanzi-Thies: Was verstehen Sie unter Migrationshintergrund?

Aziz Chiki: erklärt die Frage, woher man kommt.

Samira Louanzi-Thies: Sie verstehen sich also als Menschen mit Migrationshintergrund?

Aziz Chiki: Richtig!

Samira Louanzi-Thies: Bei den Begriffen „Migration“ und „Migrationshintergrund“ denkt man doch eher an bestimmte Volksgruppen. Spanier, Portugiesen werden in der Regel nicht zu den Migranten gezählt? Wie sehen Sie das?

Aziz Chiki: Konkret habe ich mich noch nicht mit diesem Begriff auseinandergesetzt. Für mich sind aber auch Menschen aus Portugal und Spanien oder aus USA, die hier in Deutschland leben, Menschen mit Migrationshintergrund.

Samira Louanzi-Thies: Nun zum Thema „die junge Generation und der Handel mit Naturprodukten. Welche Möglichkeiten und Chancen sehen Sie?

Aziz Chiki: Ich bin stets auf der Suche nach jungen Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten kann. Es ist nicht einfach!

Mit möglichen Projekten, habe ich mich, ehrlich gesagt, noch nicht eingehend beschäftigt. Abgesehen von den erforderlichen finanziellen Mitteln, ist es vor allem wichtig die marokkanische Mentalität zu verstehen. Ich bin in Marokko aufgewachsen und habe dadurch große Vorteile. Ich will damit sagen, Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind, auch Marokkaner müssen sich zunächst mit der 2 Kulturen auseinander setzten und ihren wichtigsten Unterschiede herausarbeiten. Es ist nicht einfach, das braucht Zeit und Geduld, aber machbar.

Louanzi-Thies SamiraSamira Louanzi-Thies: Wollen Sie trotz diesen Schwierigkeiten zwischen den beiden Ländern vermitteln?

Aziz Chiki: Gewiss! Es gibt viel zu tun in Marokko. Ich würde gerne meine Erfahrungen weitergeben und bin auch bereit bei Organisationen wie CIM mitzuarbeiten.

Samira Louanzi-Thies: Herr Chiki, ich danke Ihnen für dieses Gespräch. Für Ihr Engagement in Marokko wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Samira Louanzi-Thies
Lehrerin / Integrations- und Migrationsberaterin

   

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